Für alle, die unsere Weihnachtsgrüße nicht rechtzeitig erreicht haben, auf diesem Wege nochmals
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes Jahr 2014!
Am 16. Dezember machen wir uns auf den Weg in die Keys. Jeder hatte uns gewarnt, dass es fast unmöglich sei, noch einen freien Campingplatz so kurz vor Weihnachten zu bekommen. Sollte man überhaupt einen freien Platz finden, so muss man mit ca. 80 bis 100 Dollar rechnen. Wir machen uns also auf das Schlimmste gefasst, d.h. eventuell nach Key West fahren, eine Nacht irgendwo “wild” campen und dann wieder zurückfahren. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass wir letztendlich – mit viel Glück – 6 Nächte in den schönsten State Parks (für 43 Dollar pro Nacht) übernachten konnten (Bahia Honda und Curry Hammock). Hier entstand dann auch unsere diesjährige Weihnachtskarte, bei deren Erstellung wir sehr viel Spaß hatten (und viele andere auch, die sich unsere Mützen ausliehen und ebenfalls Weihnachtsfotos machten).
Eines der Highlights der Keys sind die insgesamt 42 Brücken, die die einzelnen Inseln miteinander verbinden, die sich von Key Largo bis Key West über insgesamt 106 Meilen erstrecken.
Die bekannteste und längste Brücke ist die Seven-Mile Bridge, die man (d.h. Thomas) mittlerweile sogar mit dem Rad überqueren kann. Parallel dazu verläuft die alte Seven-Mile Bridge, die zum Teil noch für Fußgänger und Radfahrer zugänglich ist.
James Bond Fans kennen diese Brücke sicher von einigen spektakulären Szenen, die hier gedreht wurden. Auch einige Szenen von “Mission Impossible” spielten hier:
Die ersten vier Nächte verbringen wir im Bahia Honda State Park (37 Meilen vor Key West), der berühmt ist für den angeblich schönsten und längsten Sandstrand der Keys.
Die Zufahrt zu unserem Stellplatz gestaltet sich allerdings sehr abenteuerlich: wir müssen unter der Highway Brücke, die nach Key West führt, hindurchfahren. Die Durchfahrt ist genauso hoch wie unser Auto ohne Fahrräder, nämlich 2 Meter! Der niedrigste Punkt ist hier die Wasserleitung nach Key West, und sollten wir diese Leitung beschädigen, legt dies die gesamte Wasserversorgung der Keys lahm! Es ist tatsächlich sehr knapp, aber wir schaffen es und werden mit einem herrlichen Zeltplatz belohnt:
Von hier hat man einen tollen Blick auf die alte Eisenbahnbrücke, die zwischen 1908 und 1912 von Henry Flagler erbaut wurde.
Für Thomas wird dieser Campingplatz sicher in Erinnerung bleiben: Nach einem sehr schönen Sonnenaufgang…
… genießen wir unser Frühstück auf unserem Stellplatz unter den Bäumen. Plötzlich trifft Thomas eine heftige Dusche von oben. Nicht wissend, wie ihm geschieht, rettet er sich grade noch rechtzeitig, um weiterem Ungemach zu entkommen: direkt über uns sitzt ein riesengroßer Leguan in den Ästen, der wohl grade sein Frühstück verdaut hat! Für Thomas bedeutet dies eine intensive Dusche sowie komplette Reinigung seiner Klamotten!
Die Leguane sind hier nicht heimisch, sondern wurden hier ausgesetzt und vermehren sich unkontrolliert, da sie keine natürlichen Feinde haben. Dies hat zur Folge, dass z.B. eine Schmetterlingsart komplett von ihnen ausgerottet wurde. Die Park Ranger sind ständig bemüht, diese Eindringlinge einzufangen. Wir treffen sie immer wieder, sogar auf Supermarktparkplätzen!
Besonders freuen wir uns natürlich auf unseren Besuch in Key West!
Obwohl sich Key West seit unserem letzten Besuch vor 18 Jahren sehr verändert hat, hat es sich immer noch seinen besonderen Charme erhalten.
Per Fahrrad erkunden wir die Innenstadt mit den Sehenswürdigkeiten, zu denen natürlich auch der südlichste Punkt der USA gehört. Wir amüsieren uns über die lange Schlange von Touristen, die sich anstellen, nur um ein Foto vor diesem berühmten Punkt zu machen.
Die großen Kreuzfahrtschiffe steuern mittlerweile auch Key West an:
Auch hier steht alles im Zeichen von Weihnachten. Selbst die Weihnachtsbäume sind hier unkonventionell. Dieser hier besteht aus Lobsterkäfig-Bojen:
Auf keinen Fall auslassen darf man natürlich den Sonnenuntergang am Mallory Square. War dieser Platz vor 18 Jahren noch eine sehr zwielichtige und verfallene Gegend, so ist er jetzt ein professionell hergerichteter Platz, auf dem sich zum Sonnenuntergang die ganze Stadt inklusive diverser Straßenkünstler zu treffen scheint. Nichts ist, wie es war, nur der Jongleur ist noch immer derselbe wie damals (seit 21 Jahren)!!
Nach einer Woche verlassen wir die Keys, machen noch einen kurzen Abstecher nach Süd-Miami (Coconut Grove), und von hier geht es dann wieder in die Everglades. Am Eingang des Nationalparks besuchen wir eines der sehr schönen und informativen Visitor Center. Diese Visitor Center sind zum Teil wie Museen aufbereitet und bieten – u.a. mit sehr gut gemachten Filmen und Displays – einen optimalen Einblick in die jeweilige Gegend.
Bei der Fahrt durch die Everglades amüsieren wir uns über die spektakuläre Passhöhe von sage und schreibe 3 Fuß (= 1 Meter)!! Das passt so gar nicht in unser Bild von den USA, wo alles “das höchste …”, “das größte …” etc. ist. Wir überqueren diesen Pass aber ohne nennenswerte Schwierigkeiten…
Immer wieder hören wir, dass dieser Dezember extrem warm ist. In den Keys hatten wir immer um die 30 Grad. So richtig bewusst wird uns dies aber erst in den Everglades. Am südlichsten mit dem Auto zu erreichenden Punkt der Everglades, in Flamingo, wollen wir eigentlich übernachten, wundern uns aber, dass der Campingplatz fast leer ist. Bei dem Versuch einer kleinen Wanderung wird uns der Grund schnell klar:
Fluchtartig verlassen wir das moskitoverseuchte Flamingo. Wobei die Moskitos aber hier nicht das einzige Problem sind: Geier beschädigen hier die Autos, so dass man mit bereitgestellten Folien sein Auto abdecken sollte:
Unser nächster Stopp ist Shark Valley, wo man mit dem Fahrrad mitten in die Everglades hineinfahren kann. Vom Observation Tower am südlichsten Punkt der Strecke hat man einen schier endlosen Blick über die Everglades:
Das Fahrradfahren erweist sich hier als Slalomparcours, da immer wieder links und rechts des Weges Alligatoren in der Sonne liegen und auf Beute warten?!?
Mittlerweile hat die Urlaubswelle Südflorida erreicht. Für uns heißt dies, dass es immer schwieriger wird, einen geeigneten und erschwinglichen Campingplatz zu finden. In den letzten 2 Tagen haben wir immer wieder einen Vorstoß nach Norden unternommen und waren am Abend wieder reumütig auf unserem Campingplatz bei Naples. Heute haben wir endlich Nägel mit Köpfen gemacht und online die nächsten Nächte in Stateparks an der Westküste reserviert.
Unsere Strecke vom/zum Collier Seminole State Park über Key West und die Everglades (1.486 km) – Gesamtkilometer bis jetzt: 16.356 km.
Blog erstellt am 26.12. am Campingplatz im Collier-Seminole State Park bei Naples.
2 Kommentare:
Hallo ihr Weltenbummler, habt ja sicher schon mitbekommen, das es für euch nur zwei Möglichkeiten gibt, entweder von den Mücken gefressen zu werden oder als Tiefkühlfleisch zurück geschickt zu werden! Die Bilder mit den Alligatoren erinnern mich, als ich eine Vogelkolonie Fotografieren wollte und durchs Schilf watete, zuerst hörte ich die Enten usw. schimpfen, dann ein grunzen und wie ich etwas nach links schaute und das Schilf beiseite drückte lag da so ein riesen Ding...! Aber ich glaub ihr bleibt besser noch etwas im Süden, bevor euch einen Abfriert. Soll sich nicht mehr anpappen lassen. Wünsch` euch weiterhin viel Glück und mir weiterhin so schöne Aufnahmen. da oid Helli
Hallo Claudia und Thomas,
sind jetzt seit einer Woche wieder in Berlin und es war bei unserer Ankunft nicht viel kälter als in Florida. Hatten die letzte Woche in Venice, bei Sarasota verbracht und sind uns leider nicht noch mal im Myakka State Park begegnet, schade. Übrigends der Tip mit Salt Springs war klasse, das Wetter leider dort nicht. Trotzdem Manattees gesehen und gebadet, die Kanutour war leider wegen Dauerregen ins Wasser gefallen.Wünschen Euch noch eine gute Weiterreise.
Edith und Ulli
(aus Bahia Honda State Park)
Kommentar veröffentlichen